Die Überkapazitäten sind doch Teil des Plans. Es dauert halt einige Zeit Kapazitäten aufzubauen. Wenn man die schon hat und ein Krieg kommt, dann kann man viel schneller liefern. Wenn ich mir die Weltlage so anschaue, sind weitere Kriege auch nicht gerade unwahrscheinlich. Es muss ja kein Krieg sei in dem Deutschland kämpft, damit Rheinmetall Waffen verkaufen kann. Der Export funktioniert ja auch.
Die Ukraine nimmt uns die Überkapazitäten gerne ab.
Der Krieg ist schon da.
Hmmm Moment die Aufrüstung sucht sich also ihre Kriege? Das ist ja verrückt; als nächstes erzählt ihr mir die Lobbyisten werben dann für Auslandsinterventionen.
Merke: für Rheinmetall kann man sich auch massiv verschulden und unter dem Zinsdruck Soziales kaputtsparen. Infrastruktur, Wohnraum oder Mobilität hingegen sind keine Priorität und müssen aus dem zusammengeschrumpften regulären Haushalt bezahlt werden. Und wenn die Jugend allzu aufmüpfig wird oder sich die Ausbildung / das Studium nicht mehr leisten kann, schicken wir sie halt zur Bundeswehr.
Da hast du jetzt aber viel hineininterpretiert
Ich habe mich auf folgenden Punkt bezogen und dachte eigentlich, dass aus dem Kontext heraus klar wäre, dass ich dazu jetzt meinen Senf dazugebe
Der Rheinmetall-Chef erklärte, »sofern es keine militärische Auseinandersetzung in Deutschland gebe«, werde dann der Höhepunkt der Produktion überschritten und es könnten Überkapazitäten entstehen.
Ansonsten liegt eigentlich alles was ich geschrieben habe in meinen Augen entweder direkt auf der Hand oder es lässt sich anhand ökonomischer Interessen verargumentieren und durch einen Blick in die USA nachvollziehen, dass das ganz real passieren wird und es auch wahrscheinlich jetzt schon tut (siehe Lobbyregister). An welchem Punkt hast du denn was auszusetzen?
- Rüstungskonzerne profitieren von militärischen Konflikten und nehmen politischen Einfluss, damit es verstärkt zu solchen Konflikten kommt oder diese in die Länge gezogen werden. Das generiert nämlich Rahmenbedingungen, in denen es eine stabile Auftragslage durch involvierte Staaten gibt. Wenn Rheinmetall dann, wie im Artikel erwähnt, Ende der 30er plötzlich vor dem Problem der Überkapazitäten bei unzureichender Nachfrage und gefüllten Munitionsständen steht, werden die wohl eher nicht sagen “ok Leute, schade wars, kein Wachstum mehr”, sondern viel eher versuchen die Nachfrage anzukurbeln
- Deutschland nimmt massiv Schulden für Aufrüstung auf. Die Zinslast höherer Schulden muss aus dem regulären Haushalt bedient werden und schrumpft deshalb das restliche zur Verfügung stehende Budget, denn durch Wachstum und Mehreinnahmen kann das momentan nicht kompensiert werden
- Aktuell wird Soziales, Infrastruktur, Bildung, Mobilität usw. kaputtgespart, weil im Haushalt nicht genug Geld da ist - Priorität haben Militärausgaben aber eben nicht Ausgaben, die den Bürgern das Leben verbessern würden. Sondervermögen für Bahn oder Wohnungsbau wird ja nichtmal groß diskutiert, obwohl das auch riesige Probleme sind
Alle deine Punkte sind grundsätzlich nicht falsch, ignorieren jedoch den Elefanten im Raum und verwechseln ein Stück weit Ursache und Wirkung.
Das Problem ist doch, dass man das ganze nicht im luftleeren Raum betrachten kann. Deutschland hat so lange wie möglich versucht, am Militär zu sparen. Wir haben die Friedensdividende eingestrichen und die Bundeswehr immer weiter schrumpfen lassen, weil wir nach dem Ende des Kalten Krieges gehofft haben, dass wir das in dieser Form nicht mehr brauchen.
Dabei haben wir aber verpasst, auf die veränderten geopolitischen Gegebenheiten zu reagieren und allerspätestens 2022 ist uns plötzlich sehr deutlich vor Augen geführt worden, wie die Lage vor unserer Haustür mittlerweile eigentlich ist. Jetzt müssen wir plötzlich ganz schnell reagieren und Rückstände aufholen. Das ist jetzt natürlich teuer - aber zumindest bezüglich der Fähigkeiten alternativlos. Es ist ja nicht so, dass wir realistisch sagen könnten, wir ignorieren die Lage und sagen einfach “Nein!” zu Krieg und das reicht dann. Eine Welt voller Putins und Trumps zwingt auch uns, wehrhafter zu werden.

